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28 Jun

Der Zauber der Sommersonnwende und ihre Hexenkräuter

Endlich scheint der Sommer zu kommen!

Obwohl sich das Jahr mit Ihrer Sonnenwanderung schon wieder Richtung Ende begiebt, bekommen wir erst jetzt so richtig das Gefühl, dass sich die Sone uns wohlgesonnen zeigt.

Wie die Sommersonnwende die ganze Kraft der Sonne hervorbringt, stehen die Heilpflanzen um diese Zeit mit der Entfaltung ihrer Heilkräfte gleichzeitig am Höhepunkt.

Es ist der beste Zeitpunkt für das Sammeln von Kräutern.

Im selben Zuge kündigt sich kaum merklich die Wende an: Die Sonne wird nun von Tag zu Tag wieder schwächer. Die Vegetation steht in voller Blüte und fruchtet langsam ihrem Niedergang entgegen. Das Rad der Sonne dreht sich ganz sachte dem Winter zu. Und doch haben wir den Sommer gefühlt erst vor uns.

Mit Johanni wurde ( 24.06.). der „heidnische“ Brauch des Sonnwendfeuers zum Johannisfeuer umbenannt, auch sprach man fortan von  Johanniskraut und Johannisbeeren.

 

 

 

Johannis­­büschel

Die Kräuter, die traditionell zur Sonnenzeit gesammelt wurden, nannte man Johanniskräuter. Je nach Region variierten die Kräuter, zum Beispiel Arnika, Beifuß, Wiesenmargerite, Echtes Johanniskraut, Hasel- und Eichenzweige, Eisenkraut, Holunder, Quendel, Kamille Schafgarbe, Klatschmohn, Kornblumen, Glockenblumen, Wiesenknopf, Beifuß etc.

Am Vorabend von Johanni band man aus den Johanniskräutern Sonnwendbüschel. Sie wurden im Haus, über der Haustüre oder im Stall aufgehängt, um Krankheiten, Hexen, Brand und Gewitter fernzuhalten.

Diese Büscherl hat mein Kräuterfreund Rudi so schön zusammengebunden und mir als Bild zur Verfügung gestellt.

Herzlichst Danke, Rudi!

 

 

 

Die Zauber­­­­pflanze Johannis­­­­kraut

 

Hypericum perforatum

Das geheimnisvolle Johanniskraut galt schon in keltischen Zeiten als eine der heilkräftigsten Sonnenpflanzen. Ursprünglich Frauenkraut, Sonnwendkraut, Dunderblume oder Wundkraut genannt, war es wichtiger Teil von vielen Ritualen. Johanniskrautkränze im Haar tragen, es über das Hausdach werfen, oder in den Häusern und Ställen aufhängen, sind nur einige davon. In dem rote Saft der Blüten vermutete man Elfenblut. Das Schutzkraut galt hilfreich gegen vielerlei Gefahren und Dämonen.

Es wächst an sonnigen Böschungen und Wegrändern und blüht ab Mitte Juni bis in den August hinein. Beim echtem Johanniskraut, auch Tüpfeljohanniskraut genannt, kommt die rote Farbe bei Zerreiben der gelben Blütenblättchen zum Vorschein.

 

 

 

Johannis­kraut-Öl

Zutaten:

  • Johanniskraut (oberes Drittel)
  • Blätter und Blüten
  • hochwertiges kalt gepresstes Öl, z. Bsp. Sonnenblumenöl

Zubereitung:

Nach mindestens zwei sonnigen regenfreien Tagen pflückt man das obere Drittel der Pflanze. Der Wirkstoff Hypericin ist dann in höchster Konzentration vorhanden, und der Wassergehalt in der Pflanze ist geringer, so hält sich das Öl länger. Eine Hand voll Blätter und Blüten werden grob zerkleinert und bis zu einem Drittel in ein großes Schraubglas

gefüllt. Etwas festdrücken und mit einem guten Sonnenblumenöl zur Gänze aufgießen. Das Glas sollte nur ganz locker zugeschraubt werden. Nun lässt man den Ansatz für mindestens 4 Wochen an einem geschützten trockenen Ort in der Sonne stehen. Sobald es eine kräftig rote Farbe bekommt, wird es in dunkle Fläschchen abgefüllt.

Es is guad für:

Hautprobleme, Narben, Verbrennungen, Verletzungen, Leber- und Nierenleiden, Magenprobleme, Verspannungen, etc.

Achtung: Während der Anwendung von Johanniskraut, soll man Sonne bzw. UV-Strahlung meiden.

 

 

 

Der gute alte Schwar­­ze Ho­lun­­der – Ge­sund­­heit und Schutz

 

Sambucus nigra

Der Holunder ist seit Jahrtausenden als wichtige Gesundheitspflanze bekannt. Auch Schutz und Lebensbegleiter sollte der Strauch seit jeher sein, und so ranken sich unzählige Mythen, Geschichten und Bräuche um die populäre Heilpflanze. Man erzählt, das Umschneiden oder Beschädigen eines Strauches, würde Unglück und Unheil bringen. Umgekehrt sei es die Wohnstätte der Frau Holle. Die geheimnisvolle Wächterin und dreifache „Göttin“ symbolisiert die Zyklen des Lebens und der Natur. Man sah sie als jugendliche Frühjahrsgöttin (Holla), fruchtbare Sommer- und Liebesgöttin (Freya) und alte Wintergöttin (Perchta) zugleich.

Noch gibt es in höheren Lagen die weißen feinen Blütendolden zu pflücken, wir haben Sirup hergestellt, den es im Hause auch zu kaufen gibt und Blüten getrocknet, als Vorrat für unsere WinterkräuterZeit.


Achtung:
Blätter, Beeren und Gehölz (nicht die Blüten) enthalten sogenannte cyanogene Glycoside. Sie können Blausäure freisetzen und zu Übelkeit und Erbrechen führen. Erst ab Erhitzen auf über 70 Grad werden diese Glycoside zerstört.

Hier noch unser Sirup Hausrezept, für Alle, die sich noch auf die Suche nach letzten Hollerblüten begeben wollen:

Zutaten:

  • ca. 20 Holunderblütendolden
  • 2 Liter Wasser,
  • 2 kg Zucker
  • 1 Bio-Zitrone in Scheiben
  • 20 g Apfelsäure

 

Zubereitung:

Das Wasser mit dem Zucker aufkochen und solange rühren, bis sich der Zucker gelöst hat.

Die Apfelsäure einrühren. Dann von der Kochstelle nehmen, Holunderblüten und Zitronenscheiben dazugeben und nach dem Abkühlen 3 – 4 Tage im Kühlschrank zugedeckt ziehen lassen.

Den Sud durch einen feinen Filter abseihen und auf 78 Grad erhitzen, in sterilisierte Flaschen abfüllen.

 

 

 

Zinnkraut (Acker­schachtel­halm)

Equisetum arvense

Das Zinnkraut wächst jetzt überall auf mageren trockenen Böden. Die im Zinnkraut enthaltene Kieselsäure verbessert die Elastizität der Haut und die Durchblutung. Es wirkt straffend, zusammenziehend und entzündungshemmend, ebenso bei Akne und unreiner Haut.

Achtung: Nicht mit dem giftigen Sumpfschachtelhalm verwechseln!

Bitte ein gutes Pflanzenerkennungsbuch zur Bestimmung verwenden.

Zinnkraut-Tee

Zutaten:

  • 3 EL frisches oder getrocknetes Zinnkraut
  • 1 Liter Wasser

Zubereitung:

Das Zinnkraut 20 – 30 Minuten leicht köcheln lassen. So löst sich die Kieselsäure am Besten. Zwei bis drei Wochen lang jeden Tag einen Liter schluckweise über den Tag verteilt trinken. Dann kann man eine Pause machen und die Kur wiederholen.

Tipp:

Mit dem Tee-Sud im Badewasser öfters mal ein Vollbad nehmen.
Das kann von aussen nach innen HautSchönheit bringen!

 

 

Eine wunderbare Sommerzeit und viel Spaß beim Ausprobieren!



Herzlichst, Ihre
Monika Seidenfuß-Bauernschmid
Inhaberin Wellness & SpaHotel Gut Edermann