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27 Jul

Sommerpflanzen für die Abwehrkräfte und eine starke Leber

Unsere Leber ist unser wichtigstes Entgiftungsorgan. Sie verstoffwechselt im Grunde genommen alles, was wir unserem Körper geben, was wir essen und trinken. Leider kann sich eine geschwächte Leber nicht direkt bemerkbar machen, man spürt sie nicht, wenn es ihr schlecht geht. Nachdem Mutter Natur uns aber für Alles ein Kraut zur Verfügung gestellt hat, gibt es auch ein paar echt gute Helferlein für ihr Wohlergehen. Sie liebt Gerb- und Bitterstoffe, diese helfen Ihr, den Stoffwechsel in Schwung zu halten.

 

Das Mädesüß – die heil­kräftige Wiesen­prinzessin

Filipendula ulmaria

Flaumig und leicht, fast als würden Sie tanzen, drehen sich die flauschigen Wedel der „Wiesensüße“ (engl. meadowsweet) im Sommerwind auf feuchten Wiesen oder an Bach- und Wegrändern. Ihr Duft ist markant, „wie beim Doktor“, stellen die Teilnehmer der Kräuterwanderung fest, mit denen ich durch unsere Hotelwiesen streiche. Nimmt man ein kleines Stückchen der flauschigen Blüte auf die Zunge, kommt es einem vor, als hätte man ein Arzneimittel im Mund, nämlich ganz genau das Bekannte mit der Acetylsalicylsäure.

Tatsächlich enthält es Salicylsäure in natürlicher Form. Ein feiner Vanilleduft mischt sich beim Riechen unter die Duftnote. Die Blüte hat den höheren Wirkstoffgehalt, allerdings kann man auch die Blätter mitverwenden.

Die Druiden der Keltenzeit verehrten das zur Familie der Rosengewächse zugehörige Mädesüß als heiliges Kraut.

 

Inhaltsstoffe und Verwendung:

Das Mädesüß enthält eine Verbindung aus Salicylsäure, das schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend wirkt. Es schadet unserem Magen nicht, da es erst in der Leber in ihre aktive form umgewandelt und verstoffwechselt wird. Schleime, Flavonoide und Gerbstoffe unterstützen die Regeneration von Organismus und Leber. Ausserdem wirkt es leicht harntreibend und entwässernd.

In der Küche kann es in Milch oder Rahm ausgezogen werden, für Desserts, oder aber auch in Wasser und Zitronensaft angesetzt als erfrischende Limonade. Für einen Heiltee bei Erkältungskrankheiten wird es am Besten zusammen mit Holunder- und Lindenblüten mit kochendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten Ziehzeit schluckweise getrunken.

 

Rezept:

Edermanns feiner Mädesüß-Sirup

30 Mädesüßblüten in aufgekochtem Zuckerwasser (2 Liter Wasser : 2 Liter Zucker) zusammen mit Zitronenscheiben und 30 g Weinsäure (alternativ Apfelsäure) mehrere Tage lang gekühlt ziehen lassen. Abseihen, nochmals auf 78 Grad erhitzen und heiß in schöne Flaschen abfüllen und gut verschließen. Flaschen mit größeren Schraubdeckeln zum Abkühlen auf den Kopf stellen.
Der Sirup schmeckt besonders aromatisch und spritzig mit Mineralwasser oder Prosecco aufgegossen.

Den hausgemachten Sirup kann man derzeit an der Rezeption käuflich erwerben.

 

 

Die Schafgarbe – ein Lieblings­kraut von Leber und Magen

Achillea millefolium

Weiß bis zartrosa und unaufdringlich, aber äußerst ausdauernd gibt sie sich zu erkennen. Erst auf den zweiten Blick nimmt man die filigrane Schönheit der vielen kleinen Korbblüten wahr. Der kräftige Stängel zeugt von ihrer Standhaftigkeit auf Böden mit unterschiedlichster Bodenbeschaffenheit. „Augenbraue der Venus“ nannten Sie die Menschen im Mittelalter wegen Ihres gefiederten und geschwungenen Blattes.

 

Inhaltsstoffe und Verwendung:

Bitterstoffe, ätherische Öle, Gerbstoffen und Flavonoide gehören zu den Hauptwirkstoffen. Die Schafgarbe kann eine entzündungshemmende Wirkung aufweisen, den Leberstoffwechsel fördern, die Verdauungssäfte anregen und den kranken Magen beruhigen. Erfahrungsgemäß wirkt sie durch den Kaliumgehalt auch harntreibend und entwässernd. Als „Frauenkraut“ bezeichnet, wird ihr ein gewisser ausgleichender Einfluss auf den Östrogenspiegel nachgesagt. „Schafgarbe im Leib tut wohl jedem Weib“, bezeugt ein alter Spruch. Als Tee getrunken gilt es als wahrer Segen bei Menstruationsbeschwerden und Krämpfen.

 

Rezept:

Schafgarbenwein

Eine größere Menge von Blüten und Blättern in gutem Bio-Weißwein mehrere Wochen lang an einem hellen Ort ausziehen lassen, dann abseihen und abfüllen.
Der Schafgarbenwein regt wunderbar die Verdauung an, und ein Gläschen zum oder nach dem Essen erweist sich als wahrer Magenfreund.

 

 

Die Wegwarte – Wächterin an den Weg­rändern

Cichorium intybus

Die blauen Sternblüten faszinieren mich jeden Tag, wenn ich am Vormittag die Blumenwiesenränder sehe, leuchtend in hellem blau und lilablau, erhaben und doch zart präsentiert sich die schöne Pflanze, die recht stattliche Wuchshöhen von über einem Meter erreichen kann. Eindruck schindet die Schöne auf jeden Fall mit ihrer Eigenschaft, ihre Blüten bereits gegen 14 Uhr am Nachmittag wieder zu schließen. Da muss man schon etwas zeitiger am Tag unterwegs sein, um die volle Blütenpracht mit der Kamera einfangen zu können.

In Mythen und Märchen symbolisiert sie oft hingebungsvolle, treue Liebe, die auch vergeblich sein kann. Eine wartende Jungfrau wurde, der Erzählung nach, einst in das blaue Wunder verwandelt. Die blauen Blüten unters Kopfkissen gelegt, sollten im Traum den zukünftigen Liebsten erscheinen lassen.

Die Wurzeln des Zichoriengewächses wurden früher gerne geröstet  und zu Kaffeeersatz vermahlen.

 

Inhaltsstoffe und Verwendung:

Bitterstoffe und Inulin wirken appetitanregend und fördern die Verdauung und den Gallenfluss. Paracelsus sah in der Wegwarte die Signatur des Jupiters, der die Leber regiert. Sie kann die Leber bei der Schwermetallausleitung unterstützen.

 

Rezept:

Lebertee

Blüten und Blätter der Wegwarte zusammen mit Schafgarbenkraut mit siedendem Wasser übergießen und ca. 5 Minuten ziehen lassen. Drei Tassen über den Tag verteilt trinken.

 

 

 

 

Eine wunderbare Sommerzeit und viel Spaß beim Ausprobieren!



Herzlichst, Ihre
Monika Seidenfuß-Bauernschmid
Inhaberin Wellness & SpaHotel Gut Edermann